Grundlegendes

Frisch auf denn nun ans Werk, hier soll ja schließlich auch was gelernt werden. Schließlich wusste ich ja auch nur wenig über Baden-Baden, bevor ich hierher gekommen bin. Riesig ist mein Wissen allerdings immer noch nicht, aber es sollte doch reichen, um die Sache hier mal ein bisschen ins Rollen zu bringen.

Also, denkt man an Baden-Baden, fallen den meisten sicherlich zwei Dinge ein: Kurstadt und SWR. Damit liegt man schon mal ganz richtig, beides ist im Stadtbild kaum verkennbar. Aber der Reihe nach: Baden-Baden ist eine Stadt mit etwas mehr als 50.000 Einwohnern am Nordwestrand des Schwarzwaldes. Durch die Innenstadt fließt ein gemütlich plätschernd Bächelein, die wunderschöne Oos. Die Topographie der Stadt ist recht interessant, denn das Tal der Oos wird in Richtung Schwarzwald immer enger. Entsprechend schmiegen sich die Häuser der Stadt an die gar nicht mal so sanft ansteigenden Hügel links und rechts des Flüsschens. Richtung Rhein öffnet sich das Tal in eine weite Ebene, vergleichbar mit dem hessischen Ried. Besonders gut kann man das vom Baden-Badener Hausberg, dem Merkur, sehen:

Zum Merkur selbst werde ich sicher noch einem späteren Eintrag kommen, der hat nämlich auch so Einiges zu bieten. Der traumhafte Blick von dort oben soll nur noch mal verdeutlichen, wie die Stadt aussieht. Die Bebauung folgt dem Lauf der Oos, zwischen den beiden Hügeln hindurch. Weiter hinten öffnet sich das Tal schließlich und irgendwo am Horizont liegt dann auf der anderen Rheinseite bereits das Elsass.

Man sieht: Hier ist es durchaus hübsch. Und weil es hier nicht nur hübsch ist, sondern auch noch heiße Quellen vor sich hin blubbern und zu allem Überfluss die Luft besonders schwarzwaldig und prima ist, nimmt es nicht Wunder, dass hier schon seit Ewigkeiten gekurt wird. Die gar nicht mal so unberühmten Caracalla-Thermen stehen hier (ja, wie die in Rom, Zufälle gibt’s, gell?), in denen diverse römische Häupter ihre müden Glieder umspülen ließen. Und was ein ordentlicher deutscher Kurbetrieb ist, das hat sich natürlich im Laufe der Zeit zum mondänen Städtchen von Weltruf weiterentwickelt. Man kennt das ja von Wiesbaden. Nur dass Baden-Baden ein mehrfach potenziertes Wiesbaden ist. Im Grunde ist die gesamte Innenstadt eine einzige Wilhelmstraße. Nichts als edle Boutiquen, Juweliere und Restaurants, in denen nicht gegessen sondern diniert wird. Im Krieg zerstört wurde hier nicht viel, denn – siehe Wiesbaden und seine Amerikaner – hier nisteten sich die Franzosen mit ihrer Zonenregierung ein und achteten in den Kriegstagen tunlichst darauf, nichts von der alten Pracht zu zerstören, auf dass man dort später trefflich flanieren möge.

Deshalb auch der SWR, denn der neue Rundfunksender wurde natürlich erst mal dort genehmigt, wo man auch die Kontrolle drüber hatte. Und so wuchs Baden-Baden auch zum Medienstandort, in dem heute vor allem SWR3 und dasDing wesentlich dazu beitragen, dass der Ort nicht nur von pelzbekragten Muttchen oder von spielsüchtigen Russen bevölkert ist.

Überhaupt, die Russen. Aber das ist vielleicht auch eher ein Thema für einen eigenen Eintrag. Über die Russen spricht man hier doch recht deutlich. Vor gar nicht so vorgehaltener Hand. Aber ob ich das hier so öffentlich…

Wie auch immer, zum Schluss noch ein wenig Etymologie, denn über den Namen Baden-Baden kann man sich eigentlich nur wundern. Meine Tochter nannte den Ort am Anfang übrigens Wanne-Wanne. Nur mal so nebenbei. Baden-Baden jedenfalls heißt noch gar nicht so lange Baden-Baden. Eigentlich hieß es mal nur Baden. Aber weil es nahe Freiburg noch ein Baden gibt und in der Schweiz auch noch ein Baden gibt, gewöhnten sich die Leute, die von diesem Baden hier sprachen, an, den Ortsnamen immer mit dem Zusatz „in Baden“ zu versehen. Da Baden in Baden aber auf Dauer sowohl für den Sprecher als auch für den Hörer nervend ist, gewöhnten sich vor allem Besucher irgendwann an, den Ort Baden-Baden zu nennen. Es dauerte aber bis 1931, bis der Ortsname offiziell geändert wurde.

Jetzt fehlt eigentlich nur noch die Krawatte des Tages.

Ein Modell von schlichter Eleganz. Muss ja auch mal sein, bei all dem affektierten Kurvolk hier…

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3 Antworten zu Grundlegendes

  1. Helene Klein schreibt:

    Ich sehe die römischen Häupter mit den müden Gliedern förmlich vor mir. Wirklich ein schönes Bild!

  2. Hildegard schreibt:

    Schweife oh Auge, schweife

  3. Pingback: Баден-Баден | punktum.

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